Wenn sie sich unterhalten wollen, stehen Schweden vor Portugiesen und Rumänen vor Letten wie vor unbekannten Wesen von fernen Planeten, unfähig, deren Laute zu verstehen. Nichts hindert uns so effektiv an der Gemeinschaftsbildung wie unsere Sprache. Und doch lehrt alle Erfahrung: Sprachgrenzen sind in der Geschichte der Menschheit immer überwunden worden. Ob berufliche Notwendigkeiten, politischer Druck oder auch die Liebe: Zu allen Zeiten haben Menschen fremde Sprachen erlernt und sich damit neue Welten erschlossen. Wie also soll die Europäische Union mit ihrer Sprachvielfalt umgehen? Wie soll sie diesen einmaligen kulturellen Bestand erhalten und gleichzeitig mehr Nähe zwischen uns Europäern herstellen?

Prof. Dr. Jürgen Trabant, 1980 zum Professor für Sprachwissenschaft (C4) am Institut für Romanische Philologie der Freien Universität Berlin ernannt, Gastprofessor an der Stanford University, an der University of California, Davis, an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris sowie an den Universitäten in Leipzig, Limoges, Bologna, Brasília und Mailand, erklärt, wie mit der Zurückdrängung des Lateinischen aus den europäischen Volkssprachen “voll ausgebaute Sprachen” wurden – und wie nun das Vordrängen des Englischen diese einmalige Sprachenvielfalt gefährden kann.

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